
Elemente des Zweikampfs
Innerhalb der Formen des sportlichen Kampfes unterscheidet
HARRE den Einzelkampf mit gegnerischer Behinderung (z.B. Radren-nen), den Einzelkampf mit gegnerischer Beeinflussung (z.B. Lauf in Bahnen), den Mannschaftskampf mit gegnerischer Behinderung (z.B. Fußball, Handball), den Mannschaftskampf mit gegnerischer Beeinflussung (z.B.Volleyball) und schließlich den Zweikampf mit gegnerischer Beeinflussung (Tennis, Schach u.a.) und den
Zweikampf mit gegnerischer Behinderung (z.B. Judo, Ringen,
Boxen, Fechten) (Vergl. HARRE, 1977, S.197 f)
In einem Zweikampf mit gegnerischer Behinderung stehen die
Athleten in direktem körperlichen Kontakt zum Gegner. Sie beherrschen Angriffs- und Verteidigungshandlungen, Finten und Konteraktionen zugleich. Sie bestreiten ihren Wettkampf aufgrund der maximalen gegnerischen Behinderungen unter höchster körperlicher Beanspruchung. (Vergl. Lempart, 1979, S.15)
Neben den konditionellen und koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten spielen im Bereich des Zweikampfs vor allem auch
• technisch-taktische Fähigkeiten und Fertigkeiten
• moralisch-psychische Eigenschaften und Qualitäten und
• intellektuelle Fähigkeiten
eine Rolle (Vergl. FIEDLER 1976, S.26). Der Zweikampf erfordert:
• hohe Einsatzbereitschaft
• Charaktereigenschaften, wie Mut, Willenskraft und Risikobereitschaft und
• ein schnelles Anpassen an veränderte Situationen
„Das unmittelbare Kräftemessen in Wettkampfsituationen ist ein charakteristisches Kriterium der Zweikampfsportarten und stimuliert die Willensanstrengungen und den persönlichen Einsatz.“
(IHLO, 1983, S.19). Bei allem Einsatz fordern die im Zweikampf objektiv gegebenen Risiken die Beachtung des festgelegten Regel-werks,
* Selbstbeherrschung und Fairneß, die durch Achtung des Gegners, gegenseitige Hilfe und Unterstützung gekennzeichnet sind. (Vergl. IHLO, 1983, S.21) All diese Aspekte sollen im Kampfsporttraining im Citysport Solingen in einem gewissen Grad Berücksichtigung finden
In diesem Zusammenhang muß auf den Begriff Aggression im Kampfsport eingegangen werden. Oftmals wird behauptet, Kampfsport und Aggression hingen eng zusammen und besonders aggressive Menschen fühlten sich zum Kampfsport hingezogen. TIWALD
(1981) stellt die These auf, daß sich Aggression und Kampf im Psychischen grundsätzlich widersprechen. In den Kampfsportarten wie in den Sportspielen, den „komplexen, resultatorientierten Sportarten“, kommt es vor allem auf eine präzise Wahrnehmung und Analyse der sich ständig ändernden äußeren Situationen an und es „… läßt sich im Gegensatz zu den „einfachen resultatori-entierten Sportarten“ nicht mit „Wut“ arbeiten, denn „Wut“ macht blind!“ (TIWALD, 1981, S.6) .
Aggression aber
“ … ist begleitet von einer die Wahrnehmung
beeinträchtigenden Wut-Angst. Kampf ist dagegen von einer wut-, haß- und angstfreien, gelassenen Konzentration begleitet, die Grundlage der Optimierung der psychischen Kampfkraft ist.“ (TIWALD, 1981, S.34). Aus diesen Gedanken schließt TIWALD sehr logisch, daß gerade derjenige, der ein ernsthaft und gut geleitetes Kampfsporttraining absolviert, Aggressionen abbauen kann.
Dies geschieht jedoch nicht nach dem Prinzip des Austobens
und Dampfablassens, sondern durch das Lernen des Kampfes, denn
„wenn man Kampf lernt, muß daher notwendig die Aggression schwinden.“ (TIWALD, 1981, S. 34) e
Der Kampf wird neben der Konkurrenz als eine Konkretisierung des Streites gesehen. „Das Überleben der Menschheit ist abhängig von einem ständigen überwinden von objektiven Widersprüchen unterschiedlichster Art. Dies erfordert vom Menschen einen individuellen und gesellschaftlichen sachgerechten Streit, der optimal frei ist von Brutalität, Bestialität und umgeleiteter Aggression.“ (TIWALD, 1976, S.74)
•Tiwalds Ausführungen zum Psychotraining im Kampf- und Budosport sind Kampfsportlern und an asiatischer Kampfkunst Interessierten zu empfehlen. In brillanter Art und Weise schafft er eine theoretische Grundlegung des Kampfsports aus der Sicht einer auf dem Zen-Buddhismus basierenden Bewegungs- und Trainingstheorie.
Quelle :SCHRIFTLICHE HAUSARBEIT GEM: § 17 OVP,Stefan Kunze,Sport
STUDIENSEMINAR WUPPERTAL, S I 7.1.1989
Schlagwortarchiv für: Zweikampf Aggression Willenskraft Risikobereitschaft
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